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By djschroeder on Jul 04 2008, 12:31 am
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Freitag, 27. Juni 2008 04:00 - Von Sven Felix Kellerhoff
Natürlich Tempelhof. Wo auch sonst soll eine amerikanische Transportmaschinen mit einem guten halben Dutzend Veteranen der Luftbrücke landen? Gestern, auf den Tag genau 60 Jahre nachdem die Alliierten das blockierte West-Berlin aus der Luft zu versorgen begonnen hatten, flog die US Air Force unter anderem Gail Halvorsen, Earl Moore und Bill Morissey, mit einer C-130 Hercules von Frankfurt nach Berlin.
Eigentlich hätten sie mit einem "Rosinenbomber" einschweben sollen, doch der hatte einen Motorschaden. Für den ersten Tag der Feierlichkeiten in Wiesbaden und Frankfurt stellte die Lufthansa spontan eine noch ältere "Tante Ju", und dann transportierte die amerikanische Luftwaffe ihre früheren Angehörigen und einige Journalisten mit einer kurzfristig bereitgestellten Transportmaschine nach Berlin. Hier findet heute der Festakt am Luftbrückendenkmal am Flughafen Tempelhof statt und später die Eröffnung der Sonderausstellung des Alliiertenmuseums über die Männer und Frauen hinter der Luftbrücke.
In Wiesbaden und am Frankfurter Flughafen erinnerte gestern Ministerpräsident Roland Koch (CDU) an die Bedeutung Hessens als Ausgangspunkt der Versorgung West-Berlins. US-Botschafter William R. Timken hob die Leistung der deutschen Helfer der Luftbrücke hervor: "Sie arbeiteten Hand in Hand mit früheren Feinden, um die Nabelschnur des Lebens nach Berlin offen zu halten."
Hauptperson der Feierlichkeiten ist der 87 Jahre alte Luftbrücken-Veteran Gail Halvorsen. Der Mormone aus Salt Lake City ist als "Candy-Bomber" berühmt geworden, weil er ab August 1948 im Landeanflug auf Tempelhof Süßigkeiten an Minifallschirmen aus seinem Flugzeug werfen ließ. Halvorsen, der noch heute seinen originalen Pilotenoverall von damals tragen kann, sagte mit tatsächlich passendem Pathos: "Wir haben nur ein paar Monate für Euch gearbeitet", rief er am Frankfurter Gegenstück zum Berliner Luftbrücken-Denkmal dem Publikum zu, "und Ihr gebt uns das seit 59 Jahren zurück. Danke!"
Fast wie ein junger Mann turnte Halvorsen beim Flug nach Berlin durch die "Hercules", plauderte mit Lademeister und Piloten - und machte dann auf unbequemen Leichtsitzen ein Nickerchen, inmitten des ohrenbetäubenden Lärms von vier Turboprop-Triebwerken.
Mit dem heutigen Festakt kommt das Gedenken zu 60 Jahren Luftbrücken zum Höhepunkt. Es könnte das letzte runde Jubiläum sein, an dem noch Veteranen teilnehmen können.
Festakt : Heute um 9.30 Uhr auf dem Platz der Luftbrücke, Tempelhof. Gäste sind erwünscht, es gibt aber nur Stehplätze.
Ausstellung : ab 28. Juni im Alliiertenmuseum, Clayallee 135, Zehlendorf. Täglich außer Mittwoch 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.
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