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  #1 (permalink)  
Old 10-16-2009, 04:13 AM
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Nicht nur jetzt zur fast Vorweihnachtszeit.



Auf meinem Weg zum Wochenmarkt durchquere ich Parkanlagen inmitten schöner farbenfrohe Baumalleen , dort überkommen einem keine wehmütigen Gedanken , nein eher inspirierende Einfälle, ob all der Farbenpracht.

In der Fußgängerzone begegneten mir dann Menschen auf dem kühlen Boden hockend , Schilder in den Händen haltend um Geld bittend. Bin ich freigiebiger , weil froh gelaunt und wohl gestimmt , n e i n nicht wirklich. Ich gebe niemals Geld , aber unbeeindruckt läßt es mich nicht.

Gibt es nicht genügende Anlaufstellen für eine warme Mahlzeit, einige Gelegenheiten in unserer kleinen Stadt für "solche" Menschen , auch die Tafel , müssen sie noch hier sitzen

In all den Jahren waren es oft die gleichen Gesichter , die meisten sind verstorben ,andere waren einfach nicht mehr da , ihr Schicksal unbekannt.

Die Geschichte eines "Obdachlosen" stand einst in der Zeitung . Ja er war bekannt, höflich, freundlich ,sehr gebildet , rasiert, immer an der gleichen Stelle saß oder stand er . Nun war er tot. Der kath. Pfarrer gab der Presse dies bekannt , damit wir wüßten er ist nicht einfach so fort gegangen ,ohne ein Wort des Abschieds. Das Warum und Wieso er in den letzten Jahren so lebte blieb offen , nur die Feststellung, er wäre alleine ohne Familie, Freunde , denn die Menschen hätten in vergessen , ihn verlassen, einfach ihn in Stich gelassen. Diese Festsellung sei ohne große Bitterkeit oder Anklage gewesen , nur eine Akzeptanz der Geschenisse . U n d es gäbe da gemanden der hätte ihn nicht aufgegeben , er wäre bei ihm , er spende ihm Trost und Hoffnung , den Halt den er bräuchte Tag für Tag. Kurz vor seinem Ableben hätte er große Hoffnung gehabt , Gott hätte ihn nie alleine gelassen, so würde er auch den letzten Weg ohne Angst gehen können.



Die meisten Menschen gehen eher achtlos vorbei , man kann j a auch nicht jedem etwas geben , aber so viele sind es nicht drei in diesem Jahr in unserer kleinen Stadt . U n d ist Hunger nicht auch etwas anderes als das pure Verlangen nach dem Essen ist es nicht auch das Verlagngen ein wenig menschliches zu bekommen , ein paar Worte ein kurzes Gespräch .

A b e r steht Hunger auf dem Schild kauf ich ein wenig mehr ein von Obst , Gemüse alles was man so essen kann ohne es zu kochen .A l s meine Kinder noch klein waren ,meinten sie oft etwas warmes wäre doch gut . Damals gab es noch nicht die Tafeln oder warme Küchen hier bei uns ,so gaben die Kids ihren Abendbrotanteil z. B. an einer warmen Frikadelle einem Menschen der Hunger auf sein Schild geschrieben hatte.



Ich dachte heute kurz darüber nach über Nächstenliebe , über die Zeitungsartikel immer mehr Menschen leben in Armut , immer mehr Kinder an der Grenze dazu , auf dem Heimweg vom Markt . Doch Vorweihnachtsüberlegungen , die überkommen einem so , vielleicht . Eher ausgelöst auch durch die vielen Reportagen zur Zeit . Ich dachte darüber nach wie lernte man Nächstenliebe durch V o r l e b e n , durch eigene Erfahrung , durch Beispiele , durch Christ sein. ??????????????
Gruss Louise - Ruth
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  #2 (permalink)  
Old 10-30-2009, 08:45 AM
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Dazu muss man erst mal wissen was das ist, bevor man es lernen kann.
Nenn mich ruhig egozentrisch aber mir tut es fast noch mehr weh wenn ich ein paar warme Worte bekomme und dann wieder alleine bin, als wenn ich generell allein bin.
Beides nicht das Ideal, is klar. Praktische Hilfe ist sicher das Ideal hier. Es wird einen Grund haben warum nicht jeder die Suppenküchen aufsucht und wenn es einfach nur Unkentniss ist. Vielleicht ja auch körperliche Gebrechen, weisst du wie voll das dort ist?
Was du von deinen Kindern erzählst, das beeindruckt mich sehr! Wo gibt es das heute noch? Und dann auch noch von Kindern? Ich meine Erwachsene gehen bewusst durchs Leben, aber Kindern fällt das doch eigentlich kaum auf. Find ich klasse.

Ich hab gesagt das man erst wissen muss was es ist, bevor man es lernen kann.
Damit spiel ich auf die verschiedenen Vorstellungen an. Die Einen reden gerne von Eigenverantwortung oder Entscheidungsfreiheit , während die Anderen sich an die Bibel halten und 2 Meilen mit jemandem gehen der um 1 Meile gebeten hat. Anstatt ihm einfach nur den Weg zu beschreiben.
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Louise-Ruth (10-30-2009)
  #3 (permalink)  
Old 11-02-2009, 07:44 AM
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Ich denke schon Nächstenliebe ist halt schwer zu erklären und erlernen kann man sie wohl eher nicht.

Entweder man hat es oder nicht man hat es eben nicht , die Gabe seine Seele
b e r ü h r e n , ansprechen zu lassen .


Nächstenliebe ich ohne Grenzen , sie kennt keine Vorbehalte, keine Ausgrenzung , keine Vorurteile. Nächstenliebe überlegt nicht , denkt nicht, hinterfragt nicht ,denn sie ist immun , frei von Zwang ,Kalkül, Berechnung, Vorteilsnahme .

Nächstenliebe ist emotional die Eingebung des "Herzens"und sie ist immer spontan . Das schönste an ihr , sie ist vollkommen kostenlos , jeder ja jeder kann sie sich leisten .

Und wenn das zu abstrakt scheint , wenn man seine Augen nicht verschließt, sondern mit offenen Augen durch das Leben geht ist sie das Selbst verständlichste der Welt , die Nächstenliebe .

P.S Ich kenne einige Menschen ,denen sind die Lehren Christus nicht so geläufig oder sie glauben nicht wirklich an ihn , e r aber hätte wirklich die größte Freude an ihnen .

Ich dachte nur in letzter Zeit darüber nach, w a r u m gehen viele am Elend oder Leid vorbei. nehmen oder wollen es nicht wahr nehmen und dann sind dort Menschen die man nicht als Christen bezeichenen könnten , aber sie verhalten sich so ,sind es mehr als alle anderen die es von sich behaupten.
Gruß Louise-Ruth
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  #4 (permalink)  
Old 11-02-2009, 07:50 AM
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Manche Menschen nehmen nicht mal ihre eigenen Kinder in den Arm wenn diese weinen.
Ich würde sagen ähnlich ist die Antwort auf die Frage warum man an Leid und Elend Fremder vorbeigeht: Weil man dann mitleidet wenn man es zulässt.
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  #5 (permalink)  
Old 11-02-2009, 08:04 AM
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Das Leid, also auch das MITleid, ist eine individuelle Angelegenheit. Geprägt durch unsere Erfahungen und unsere Art, das Leben und die Menschen zu sehen.
In einer Gemeinde, in der ich lebte, gab es einmal einen Bruder, der alkoholabhängig war. Niemand kümmerte sich um ihn, bis auf eine Schwester, die auch bei ihm war, als er starb. Ich fragte sie, warum sie das getan hätte? Ihre Antwort? Weil auch Christus das getan hätte.
Hätte ICH da getan? Vermutlich nicht, denn ich komme aus einer Familie, wo der Alkoholmissbrauch nicht unbekannt war, vor allem bei der männlichen Seite meiner Familie. Ich bin also "vorbelastet" gewesen.
Ich habe andere Wege für mich gefunden, Nächstenliebe auszudrücken. Es gibt so viele Wege dazu!
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  #6 (permalink)  
Old 11-02-2009, 08:15 AM
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Hat auch etwas mit Anteilnahme zu tun , denke ich gerade an R o l a n d . Wir haben von ihm schon so lange nichts mehr hier gehört , glesen. Ob es ihm gut geht oder etwas geschehen ist ?
Weis jemand etwas ??
Gruß Louise Ruth

P.s ja natürlich Mitleide , Nächstenliebe ist auch ein E r f a h r u n g s w e r t in unserem eigenen Umfeld , unserem Lebenslauf ganz klar .
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  #7 (permalink)  
Old 11-03-2009, 02:21 AM
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Originally Posted by Louise-Ruth View Post
Hat auch etwas mit Anteilnahme zu tun , denke ich gerade an R o l a n d . Wir haben von ihm schon so lange nichts mehr hier gehört , glesen. Ob es ihm gut geht oder etwas geschehen ist ?
Weis jemand etwas ??
(...)
P.s ja natürlich Mitleide , Nächstenliebe ist auch ein E r f a h r u n g s w e r t in unserem eigenen Umfeld , unserem Lebenslauf ganz klar .
Wenn Menschen in einem Forum sich nicht melden, kann es verschiedene Gründe haben. Die können gehen von "Zeit für sich brauchen". über "bin voll im Stress", bis hin zu "die Ziele des Forums sind nicht mehr meine Ziele".
Ob und was davon auf Roland zutrifft, weiß ich nicht. Weiß jemand, in welcher Gemeinde er ist? Darüber könnte man etwas erfahren, wie es ihm geht, und ob er nur Ruhe oder auch Hilfe braucht.
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  #8 (permalink)  
Old 11-03-2009, 07:59 AM
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Originally Posted by OldShatterhand View Post
Das Leid, also auch das MITleid, ist eine individuelle Angelegenheit. Geprägt durch unsere Erfahungen und unsere Art, das Leben und die Menschen zu sehen.
In einer Gemeinde, in der ich lebte, gab es einmal einen Bruder, der alkoholabhängig war. Niemand kümmerte sich um ihn, bis auf eine Schwester, die auch bei ihm war, als er starb. Ich fragte sie, warum sie das getan hätte? Ihre Antwort? Weil auch Christus das getan hätte.
Hätte ICH da getan? Vermutlich nicht, denn ich komme aus einer Familie, wo der Alkoholmissbrauch nicht unbekannt war, vor allem bei der männlichen Seite meiner Familie. Ich bin also "vorbelastet" gewesen.
Ich habe andere Wege für mich gefunden, Nächstenliebe auszudrücken. Es gibt so viele Wege dazu!



Sehr traurig !
Niemand mit einer Ausnahme hat sich gekümmert um dieses Mitglied ?? Diese Frau ist wirklich beeindruckend, einen guten Freund von uns höre ich bei dieser Geschichte sagen sie hat es verstanden.

Vor Jahren begegnete mir ein Paar , sie waren nicht verheiratet hatten aus ersten Ehe Kinder und gemeinsam auch zwei Kinder, lebten zusammen.

John konnte nicht gut lesen aber in der "Untersuchergruppe" es waren immerhin mehr als 20 Menschen ,ließ man ihm viel Zeit seinen Part zu beenden. Er war sehr neugierig, eifrig stellte viele Fragen . Ich war Gast , nur Zuhörerin , damit ich aber auch folgen konnte sollte alles ganz langsam geschehen und immer nachgefragt werden ob ich folgen könne ( zur Erklärung ich spreche kein Englisch ). Es war amüsant zu sehen, wie John sich die Hände rieb und sich riesig freute , langsam hier das war doch seine Welt. In dieser Stunde war er der "Renner" wenn man so sagen will , er hatte so viele Gelegenheiten zum Lesen ,zum Erklären , zum Fragen zum Diskutieren , noch mehr Freunde an diesem Tag . Es war wirklich eine fröhliche , muntere echt lustige Runde ,die da zusammen war und als sie um war diese Stunde kam John zu mir ,um sich bei mir zu bedanken und nachzufragen ob ich beim nächsten mal auch wieder da wäre .



Nein war ich nicht . Erst 4 Wochen später war ich wieder in der Runde und hörte , das alle auf mich gewartet hätten, ganz besonders John, der junge Gemendemissionsleiter meine nur dazu als hätten wir hier nicht schon genug Spaß freute John sich schon seit Wochen.. Ein Jahr später war ich auf Johns Hochzeit , seine Lebensgefährtin und er weinten und weinten und all ihre Kinder , alle aus der ehemaligen Untersuchergruppe und ganz ganz viele Mitglieder der Gemeinde waren an diesem Tag dabei.

Warum erzähle ich dies , John konnte kaum lesen als er in die Gruppe kam , John fand viel Sympathie an Alkohol und beide er und seine Lebensgefährtin waren nicht die Personen die den" rechten " LDS Lebenswandel führten, sie hatten viele Probleme . John war nicht reich , eher ein einfacher Mann in Aussehen, Sprache und Bildung ., John hat viele Jahre gebraucht , kam jeden Sonntag und eigentlich kümmerten sich wirklich fast alle in der Gemeinde in diesen Jahren um John und seine Lebensgefährtin in guten und ganz besonders in den vielen schlechten nicht Tagen, sondern Monaten und Jahren auch voller Krankheiten . Es gab viele Rückschläge , aber niemand in der ganzen Gemeinde ließ die Beiden je spüren sie wären schlechte auszugrenzende Menschen.

Natürlich hat Nächstenliebe viele Gesichter, aber wenn ich es nicht von Menschen erwarten darf die sich Christen nennen, vom wem soll ich es dann erwarten.



Gruß

Louise-Ruth
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